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Sample essay topic, essay writing: Globalisierung - 2848 words

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.. lehnung des keynesianischen Modells. Nachfrage der privaten Haushalte k"onne nicht "uber kurzfristig wirksame Einkommenserh"ohungen geschaffen werden, sondern nur durch das Vertrauen der privaten Haushalte in eine dauerhaft positive wirtschaftliche Entwicklung (Dauereinkommen-Hypothese). Der Monetarismus geht von den Selbstheilungskr"aften des Marktes aus, betrachtet also den privaten Sektor im Gegensatz zu Keynes als stabil, und h"alt staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen f"ur in aller Regel sch"adlich. Einige Autoren, die dem neoliberal-monetaristischen Konzept zuneigen, verharmlosen u.

a. die Existenz von Arbeitslosigkeit im Kapitalismus. Sie behaupten, dass Arbeitslosigkeit von den Arbeitnehmern freiwillig in Kauf genommen werde, da diese nicht bereit seien, vorhandene Arbeitsangebote anzunehmen, sondern nach besser bezahlten Arbeitspl"atzen suchten. Kromphardt kommentiert zu Recht: 'Je h"aufiger man [bei den Monetaristen] dieser Tendenz zur Verharmlosung oder Verleugnung von Fehlentwicklungen begegnet, desto mehr muss der Verdacht berechtigt erscheinen, dass [ihre] Bem"uhungen [..] kaum darauf gerichtet sind, die Realit"at besser zu erkl"aren und die existierenden wirtschaftspolitischen Probleme gem"ass den W"unschen und Bed"urfnissen, die von der Mehrheit der Bev"olkerung [..] zum Ausdruck gebracht werden, zu l"osen; vielmehr scheinen sie bem"uht zu sein, die Realit"at so zu interpretieren, dass sie mit einer wirtschaftspolitischen Konzeption vereinbar wird, die das kapitalistische Wirtschaftssystem im besten Licht erscheinen l"asst und so alle Forderungen abblockt, die auf eine Einschr"ankung der Dispositionsfreiheit der Privateigent"umer von Produktionsmitteln [..] abzielen.' 1. Res"umee Kapitel 2 stellte in knapper Form die klassischen, neoklassischen und materialistischen Wirtschaftstheorien vor

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Es soll zeigen, dass viele der Vorschl"age, die heute zur L"osung der 'Globalisierungsprobleme' in die "offentliche Diskussion geworfen werden und die meisten der Rezepte, die der politische mainstream anwendet, gar nicht das sind, was sie zu sein vorgeben. Sie sind weder neu noch innovativ. Das trifft insbesondere auf neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftskonzeptionen zu, denen der Ideologieverdacht (Kromphardt) nicht abgesprochen werden kann. Mit dieser Feststellung sei die These verbunden, dass Abbau des Sozialstaats und Abkehr von einer 'sozialen' Variante der Marktwirtschaft weniger mit real existierenden wirtschaftlichen Tendenzen zu tun hat als vielmehr mit dem Wegfall der Systemkonkurrenz durch die ehemaligen Comecon-Staaten seit deren Zusammenbruch 1989/90. 1. Geschichte II: Die wirtschaftspolitische Ausrichtung der BRD seit ihrer Gr"undung Noch vor der Gr"undung der BRD im Jahre 1949 besch"aftigte sich die Politik mit dem Leitbild einer bundesdeutschen Wirtschaftspolitik.

Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise von 1929/1930 wollte man die gesellschaftlichen Folgen des Marktes und des freien Wettbewerbs abmildern. In das Grundgesetz fand das Gebot Aufnahme, dass die junge Republik ein sozialer und demokratischer Bundesstaat werden solle (Art. 20 Abs 1 GG); die Eigentumsrechte fanden in die provisorische Verfassung Eingang unter Sozialisierungsvorbehalt f"ur Schl"usselindustrien und mit einer Sozialbindungsklausel (Art. 14 Abs. 2 f.

GG). Durch die Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG) wurde auch den Gewerkschaften die M"oglichkeit der organisierten Interessenvertretung der arbeitenden Bev"olkerung einger"aumt. Noch 1947 bef"urwortete die CDU im Ahlener Programm unter Hinweis auf m"oglichen Machtmissbrauch durch wirtschaftliche Monopole die Vergesellschaftlichung von Schl"usselindustrien und bewies damit, dass sie politische (bzw. Verfassungs-)vorgaben f"ur elementarer hielt als die individuelle Freiheit der wirtschaftlichen Bet"atigung.

Unter diesen Pr"amissen entwickelte sich ein Konsens bez"uglich der wirtschaftspolitischen Ausgestaltung des Staates BRD. Den Keynesianern stimmte man zu, dass die "offentliche Hand in konjunkturschwachen Phasen zu einer Steigerung des Massenkonsums beitragen m"usse. Dazu geh"orte etwa die Akzeptanz der Rolle der Gewerkschaften, die "uber Lohnsteigerungen die Nachfrage der Arbeitnehmerhaushalte erh"ohen. "Uber "offentliche Transferleistungen sollte auch denen, die "uber Arbeitseinkommen nicht oder nur in geringer H"ohe verf"ugten, der Konsum erm"oglicht werden. Bei diesen Transferleistungen handelt es sich aber nicht um fremdfinanzierte Zahlungen, sondern: 'Der Sozialstaat lebt nicht vom gegebenen Stand der Produktion; vielmehr wird durch seine Regulierungen diejenige zus"atzliche Produktion erst geschaffen, die ihn alimentiert.' (Ebd.) Nach Schui war Ergebnis dieser Zielvorstellungen ein 'gemischtwirtschaftliches System', das vom Dualismus privater und politischer Entscheidungsbefugnis einerseits, vom Nebeneinander verschiedener Formen des Eigentums an Produktionsmitteln (privatwirtschaftliche, genossenschaftliche oder staatliche Lenkung von Betrieben) gekennzeichnet war.

Voraussetzung f"ur dieses reformistische System waren die starke Position der Gewerkschaften, die Verbesserung der sozialen Sicherungssysteme und Umverteilungseffekte durch Progressionstarife bei der Einkommensteuer. Bis zur "Olkrise zu Beginn der 70er Jahre (in Teilen der Literatur als exogener Schock angesehen) f"uhrten diese Strategien zu (ann"ahernd erreichter) Vollbesch"aftigung, steigendem Lebensniveau und steigender Prosperit"at. F"ur die Zeit danach ist eine zun"achst gleichbleibende, sp"ater wachsende Sockelarbeitslosigkeit in erheblichem Ausmass festzustellen. Schui konstatiert aber auch, und das wiegt schwerer als ein exogener Schock, eine Abkehr vom Ziel der Vollbesch"aftigung seit Mitte der 70er Jahre; velmehr habe nun eine monetaristische "Ara begonnen. Die neoliberal-monetaristische Wirtschaftsauffassung aber lasse letztlich keinen Platz f"ur die Durchsetzung sozialer Gleichheit und gesellschaftlicher Gerechtigkeit.

Diese seien in einem neokonservativen Denkmodell als Ziele nicht definierbar, vielmehr k"onnten solche Ideale nur 'prozedural' realisiert werden - durch die Gew"ahrleistung von Vertragsfreiheit und durch das Vertrauen auf die bereits erw"ahnte Selbstregulierung und -stabilisierung qua Marktgeschehen. Deutlicher: Das Primat, durch politische Entscheidungen soziale Ver"anderungen durchzusetzen, sei zugunsten der bedingungslosen Unterwerfung unter soziale Realit"aten aufgegeben worden. Ein schlanker Staat Bundesrepublik oder das 'Ende des Rheinischen Modells' hat also nun nicht mehr das Ziel, soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu beseitigen und die Opfer der Marktwirtschaft vor dem Ruin zu bewahren. Sein Primat ist vielmehr die Deregulierung m"oglichst vieler Bereiche, und damit besch"aftigt sich das n"achste Kapitel. 2.

'Globalisierungshysterie': Die BRD im Umbruch 1. Bestandsaufnahme Im Jahr 1995 machte ein Ausspruch des ehemaligen Chefs des Bundesverbands der deutschen Industrie, Tyll Necker, die Runde: man m"usse die Krise nutzen, jetzt seien die Menschen reif. Diese ebenso zynische wie pr"agnante Aussage trifft den Angelpunkt des Diskurses in der BRD recht genau. Eine zyklische Krise des Kapitalismus wird instrumentalisiert, um den Sozialstaat zur"uckzufahren und die schon immer missliebigen Aspekte bundesrepublikanischen Wirtschaftslebens umzugestalten. Mit anderen Worten: 'Es besteht wenig Zweifel: Der die Bundesrepublik lange Jahre pr"agende sozialstaatliche Konsens, dessen Stabilit"at und Breitenwirkung zweifelsohne durch die Erfahrungen mit Faschismus und Krieg, aber auch durch die spezifischen Bedingungen der Systemkonkurrenz, zu erkl"aren sind, l"ost sich auf.' Oder in der Formulierung der Gruppe von Lissabon: 'Der Abbau des Sozialstaats ist in Grossbritannien am weitesten fortgeschritten und hat die Soziallandschaften in Westeuropa tiefgreifend ver"andert. Das Ausmass des Abbaus wurde bis vor kurzem in Deutschland, den Niederlanden und in Skandinavien in Grenzen gehalten.

Doch ist der Druck, den Sozialabbau voranzutreiben, so stark, dass der Widerstand dagegen auch in Deutschland und den Niederlanden nachgelassen hat und der Umbau des Sozialstaats in vollem Gange ist. [..] In Deutschland stellt die Verabschiedung des 'Sparpakets' im Oktober 1996, in dem soziale Errungenschaften wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall abgeschafft wurden, einen vorl"aufigen H"ohepunkt dar.' In der Tat ist in den letzten Jahren in der BRD ein wahrer 'Katalog der Grausamkeiten' zusammengezimmert worden, ein Katalog, der unter den Stichworten 'Reform' und 'Entschlackung' oder 'Verschlankung' verkauft wurde. Alle 'Grausamkeiten' der j"ungeren Vergangenheit an dieser Stelle aufzuz"ahlen, w"are m"ussig; einige Beispiele und der Verweis auf das zitierte Sparpaket 1996 sollen gen"ugen. . Aufgabe des Konsenses, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur H"alfte an der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beteiligt werden durch die Einf"uhrung der sozialen Pflegeversicherung.

Diese wird einseitig von den Arbeitnehmern durch Wegfall eines Feier- bzw. Urlaubstags finanziert. . Reduzierung des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung bei erh"ohter Belastung der Versicherten durch Eigenbeteiligungen. . Reduzierung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. . J"ahrliche automatische K"urzung der Arbeitslosenhilfe bei sog.

'Langzeitarbeitslosen'. . Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer, geplante Senkung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer; gleichzeitig: geplante Erh"ohung der Umsatzsteuer. . Zulassung befristeter Arbeitsverh"altnisse durch die "Anderung des Arbeitsf"orderungsgesetzes. .

Zwang zur Verrichtung von Arbeiten f"ur Sozialhilfeempf"angerInnen zur Vermeidung eines 25prozentigen Abschlags bei den Hilfeleistungen. . Aufweichung der Kriterien f"ur die Vermittlung von Arbeitslosen (Zumutbarkeitsregelung); BezieherInnen von Arbeitslosengeld oder -hilfe sind nun verpflichtet, auch deutlich niedriger qualifizierte (und bezahlte) T"atigkeiten anzunehmen. . Einf"uhrung des Asylbewerberleistungsgesetzes, das f"ur Fl"uchtlinge im Anerkennungsverfahren Warengutscheine und Sachleistungen anstelle von Sozialhilfe vorsieht. In der chronologischen "Ubersicht sieht das so aus: 1989 "Anderung des Arbeitsf"orderungsgesetzes; Einsparung: 1,29 Mrd. DMErh"ohung der Versicherten-Zuzahlungen f"ur Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung; Kosten f"ur Zahnersatz und Brillengestelle werden nicht mehr vollst"andig erstattet 1990 Nach einer Studie von DGB und DPWV beziehen in den alten Bundesl"andern 4 Mio.

Menschen Sozialhilfe 1991 Erh"ohung der Beitr"age zur Arbeitslosenversicherung um 4,3 Prozentpunkte 1992 Mit einem 'f"oderalen Konsolidierungsprogramm' sollen in den n"achsten vier Jahren 28,3 Mrd. DM an Aufwendungen f"ur Sozialhilfe, BAf"oG, Wohngeld und Lohnersatzleistungen eingespart werden10 % der Bev"olkerung verf"ugt "uber ein monatliches Pro-Kopf-Einkommen von unter 806 DM und gilt damit als arm 1993 Die Mehrwertsteuer wird um einen Prozentpunkt erh"ohtDie K"undigungsfristen f"ur Angestellte werden verk"urztDas Arbeitszeitgesetz wird so angepasst, dass l"angere Wochenarbeitszeiten erm"oglicht werdenNeue Arbeitsbeschaffungsmassnahmen werden nicht mehr bewilligtDie Zuzahlung der gesetzlich Krankenversicherten zu Medikamenten und bei Krankenhausaufenthalten wird erh"ohtDas Lohnabstandsgebot f"ur den Bezug von Sozialhilfe wird eingef"uhrtNach Sch"atzungen leben etwa 5 Mio. Bundesb"urgerInnen von Sozialhilfe 1994 Senkung der H"ohe der Lohnersatzleistungen, Begrenzung der Bezugsdauer f"ur Arbeitslosenhilfe auf ein JahrZwangsverpflichtung von Sozialhilfeempf"angerInnen zu Arbeitsleistungen 1997 Gesundheitsreform: Erh"ohung der Zuzahlungen, Leistungsk"urzung, Verk"urzung der Regeldauer von Kuren 1998 Versch"arfung der Bezugsbedingungen f"ur Arbeitslosengeld und ArbeitslosenhilfeAb April: Erh"ohung der Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt Tabelle 1: Chronik des Sozialabbaus Diese Aufz"ahlungen erheben keinerlei Anspruch auf Vollst"andigkeit. - Clemens Knobloch w"urdigt die Legitimationsschlagw"orter f"ur den Sozialabbau: 'Vom 'R"uckbau' des Sozialstaates ist die Rede. Wer da in den Umkreis einer 'Anpassung' oder gar einer 'Reform' ger"at, der tut gut daran, sich warm anzuziehen. Dass diese Ausdr"ucke im Munde der Politiker einen drohenden Unterton angenommen haben, ist noch milde formuliert.' Der Abbau von Transfer- und Ausgleichsleistungen wird begleitet von einer Stigmatisierung der BezieherInnen etwa von Arbeitslosen- oder Sozialhilfe.

Ganz im Sinne der monetaristischen Vorstellung von 'Sucharbeitslosigkeit' war noch bis vor wenigen Jahren der Ausspruch 'wer arbeiten will, findet auch einen Arbeitsplatz' Gemeingut. Heute aber l"asst sich ein solches Stigma des Arbeitslosen, der nur zu faul zum Arbeiten (oder eben zum Suchen einer Arbeitsstelle) ist, angesichts von Massenarbeitslosigkeit schlecht verkaufen. Aktuell wird daher gerne auf Begriffe wie 'Sozialmissbrauch' oder 'Leistungserschleichung' zur"uckgegriffen; sie dienen zugleich als Kampfbegriffe, um die 'soziale H"angematte', die den 'kollektiven Freizeitpark Deutschland' (Kohl) abfedert, zu stutzen. Niemand - und da scheinen die Gewerkschaften erst in j"ungster Zeit wieder eine Ausnahme zu bilden - aber spricht davon, dass bei steigender Arbeitslosigkeit gleichzeitig die Gewinne aus Unternehmert"atigkeit und Verm"ogen stetig gewachsen sind, wie Abbildung 1 zeigt. Diagramm 1: Arbeitslosenquote in der BRD 1991 bis 1996; zum Vergleich: Einkommen aus Unternehmert"atigkeit und Verm"ogen In anderen Bereichen der Gesellschaft sind die materiellen Probleme sozial Schwacher ebenfalls offensichtlich. Exemplarisch seien in Abbildung 2 die Gesamtzahl der Studierenden und die Zahl derjenigen StudentInnen, die Ausbildungsf"orderung nach dem BAf"oG erhalten, gegen"ubergestellt. Bezogen im Jahr 1991 noch knapp 25 % der Immatrikulierten BAf"oG, waren es vier Jahre sp"ater nicht einmal mehr 17 %.

Diagramm 2: Studierende an Hochschulen in der BRD; daneben: BAf"oG-BezieherInnen 1991 bis 1995 1. Gr"unde und Erkl"arungen Die offiziellen Begr"undung der Sparprogramme und der aufgezeigten Umverteilung von unten nach oben: Die Globalisierung der Wirtschaft habe dazu gef"uhrt, dass der internationale Wettbewerb immer sch"arfer wurde. Gelinge es der BRD nicht, behauptete 'Standortnachteile' abzubauen, werde sich die wirtschaftliche Situation noch weiter verschlechtern, mithin die Arbeitslosigkeit weiter steigen. Neben den oben geschilderten Folgen f"ur das System der sozialen Sicherung steht die Forderung der Arbeitgeberverb"ande und der konservativ-liberalen Koalition im Raum, die L"ohne und Geh"alter zu flexibilisieren (sprich: zu reduzieren). Die Industrieverb"ande fordern dar"uber hinaus eine Abkehr vom System der Fl"achentarifvertr"age und damit eine Schw"achung der Durchsetzungsmacht der ArbeitnehmerInnenseite. Rainer Trampert formuliert das unter Bezug auf eine Roman-Herzog-Rede so: 'Alle sollen Opfer bringen und Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzst"anden. Wirklich alle? Nein. [Bundespr"asident Herzog] meint selbstverst"andlich nicht - wie man annehmen k"onnte, wenn von Besitzst"anden geredet wird - die Enteignung des Kapitals, sondern die Enteignung von Lohn, Arbeitslosen- und Sozialhilfe, und von Geld, das f"ur kranke Menschen aufgewendet wird.

Arbeitszeiten und L"ohne sollen, sagt er, mit den Anspr"uchen des Unternehmens in Einklang gebracht werden.' Ist die Globalisierungshysterie gerechtfertigt oder dient der 'Standort' mit seinen komparativen Vor- oder Nachteilen nur der Legitimation der Abkehr von sozial abgefederter Marktwirtschaft? Gerhard B"acker warnt vor der Hysterie und pl"adiert daf"ur, die echten Kriterien im Blick zu behalten, die die Wettbewerbsf"ahigkeit eines Staates ausmachen: das Verh"altnis zwischen Arbeitsproduktivit"at und Lohnkosten. Dieses Verh"altnis, die Lohnst"uckkosten, liefere aber f"ur die alte BRD, verglichen mit anderen westlichen Industriestaaten, keinen Wert, der Horrorszenarien rechtfertige: 'Von einer generellen Kostenkrise in Westdeutschland kann folglich nicht gesprochen werden; die Steigerung von Lohnkosten wie von Lohnnebenkosten einschliesslich der Arbeitgeberbeitr"age zur Sozialversicherung sind durch Produktivit"atssteigerungen 'verdient' worden.' B"acker verweist ferner auf die "Ubersch"usse in der Aussenhandelsbilanz der BRD; der Ausdruck 'Kostenweltmeister Deutschland' sei populistisch zu verstehen. Die BRD sei nicht etwa unschuldiges Opfer eines internationalen Wettbewerbs, sondern als st"arkstes EU-Mitglied mit hoher Wirtschaftskraft selbst Tr"ager und Motor des globalen Wettlaufs um Deregulierung und Sozialstaatsabbau. Wenn zwar Globalisierungstendenzen und ein gr"osseres Arbeitskr"afteangebot durch den Zusammenbruch der RGW-Staaten vorhanden sind, diese aber gerade auf die Bundesrepublik scheinbar keine so gravierenden Auswirkungen haben, wie gerne behauptet wird, verdichten sich die Anzeichen daf"ur, dass die Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und die Versch"arfung des globalen Wettbewerbs dramatisiert und "uberspitzt werden, um ein neoliberales Modell durchzusetzen. Um meine These vom Ende des 2.

Kapitels noch einmal aufzunehmen: Vielleicht kann man sich genau das nach dem Scheitern des Realsozialismus auch wieder leisten. Hoffnungsalternativen in Form eines wirklich existierenden anderen System gibt es nicht mehr; der Kapitalismus ist (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) hegemonial geworden. Warum sollte er dann noch als soziales System verkauft werden, lassen sich die Aufwendungen daf"ur doch besser als Profit einstreichen? 1. Schlussbetrachtung 'Der historische Kommunismus ist gescheitert. Doch die Herausforderung, die er dargestellt hat, ist geblieben. Wenn wir nun sagen, dass wir in diesem Teil der Welt die Zweidrittelgesellschaft hervorgebracht haben, k"onnen wir die Augen nicht vor der weit gr"osseren Zahl jener L"ander verschliessen, wo die Zweidrittel- oder Vierf"unftel- oder sogar die Neunzehntelgesellschaft der andere Teil der Gesellschaft ist.

Angesichts der Realit"at ist die Unterscheidung zwischen rechts und links, f"ur die das Ideal der Gleichheit immer der Polarstern war, eindeutig und klar. Es gen"ugt schon, den Blick auf die internationale soziale Frage zu richten, um sich dar"uber klar zu werden, dass die Linke ihren Weg nicht nur nicht zu Ende gegangen ist, sondern ihn "uberhaupt erst beginnt.' (Noberto Bobbio) Ob es innerhalb der kapitalistischen Systemlogik eine Wende geben kann, die eine Wiedererlangung einer sozialen Marktwirtschaft zum Ziel hat, erscheint fraglich. Schon Karl Marx stellt fest, dass Ergebnis der Lohnarbeit auch die Bildung einer 'industriellen Reservearmee' ist - f"ur die Produktion "uberfl"ussige Menschen, eine 'konsolidierte "Uberbev"olkerung'. Marx nennt dies das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, u. a.

mit der Konsequenz, dass die Arbeitslosen qua Arbeitsangebot massiven Druck auf die L"ohne aus"uben. Wenn dies so ist, und die Ph"anomene scheinen dieses Axiom zu best"atigen, ergibt sich die Frage, ob ein marktwirtschaftliches System "uberhaupt in der Lage ist, die Probleme der Menschheit zu l"osen. Womit die gesamte Menschheit gemeint ist, nicht nur der Teil, der Brot und Arbeit hat. Wenn die Leitfrage allen politischen Handelns die ist, wie allen Menschen eine menschenw"urdige Existenz zu gew"ahrleisten ist, ist nicht das sozialistische Modell gescheitert, sondern angesichts dessen, 'was hinten herauskommt' (Kohl), die Marktwirtschaft Bibliography 2. Literatur 1.

Monographien Ebermann, Thomas/Rainer Trampert: Die Offenbarung der Propheten. "Uber die Sanierung des Kapitalismus, die Verwandlung linker Theorie in Esoterik, Bocksges"ange und Zivilgesellschaft. 2. Aufl., Hamburg 1996. Die Gruppe von Lissabon: Grenzen des Wettbewerbs. Die Globalisierung der Wirtschaft und die Zukunft der Menschheit.

(1995) Bonn 1997 (Lizenzausgabe f"ur die BZpolB). Heilbroner, Robert: Kapitalismus im 21. Jahrhundert. M"unchen/Wien 1994. Klein, Dieter et al. (Hg.): Politische "Okonomie des Kapitalismus. 5. Aufl., Ost-Berlin 1988.

Kromphardt, J"urgen: Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus. G"ottingen 1980. Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen "Okonomie. 3 Bde. (1890) Separatdruck Ost-Berlin 1971 (identisch mit und zit.

als MEW Bde. 23 bis 25). Marx, Karl: "Okonomisch-philosophische Manuskripte. (1844) 4., unver"and. Aufl., Leipzig 1988, V, XXIV. Statistisches Bundesamt (Hg.): Datenreport 1997. Zahlen und Fakten "uber die Bundesrepublik Deutschland.

Bonn 1997 (= Schriftenreihe der BZpolB Bd. 340; zit. als Datenreport 1997). 2. Aufs"atze u. dgl.

B"acker, Gerhard: Der Sozialstaat hat eine Zukunft. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 48-49/97, S. 12-20. Bischoff, Joachim: Ende des Rheinischen Modells.

In: Johanna Klages/Peter Strutynski (Hg.): Kapitalismus am Ende des 20. Jahrhunderts. Hamburg 1997, S. 26-40. Knobloch, Clemens: Alles eine Frage des Standorts. In: Bl"atter f"ur deutsche und internationale Politik, 46 (1996) Nr. 5, S.

527-531. Schui, Herbert: Die politische "Okonomie des Wohlfahrtsstaates und der Neoliberalismus. In: Johanna Klages/Peter Strutynski (Hg.): Kapitalismus am Ende des 20. Jahrhunderts. Hamburg 1997, S.

9-25. Trampert, Rainer: Rede auf der Veranstaltung 'Heraus zum Roten 1. Mai' am 1.5.1997 in Siegen (unver"offentlichtes Manuskript, Privatarchiv des Verfassers). O. Verf.: Sozialer Kahlschlag. In: unsere zeit-Magazin Nr.

1/98, S. 4 f.

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